Sattelhöhe berechnen: finde deine optimale Sattelhöhe
Sattelhöhe berechnen: Berechne deine Sattelhöhe basierend auf Schrittlänge, Kurbellänge, Schuhgröße und Fahrziel. Plus warum die bekannten Faustregeln zu kurz greifen.
In diesem Ratgeber zum Thema Sattelhöhe berechnen erfährst du alles Wichtige. Die Sattelhöhe ist die wichtigste Einstellung an deinem Rennrad. Sie beeinflusst, wie viel Kraft du in die Pedale bringen kannst, wie komfortabel du im Sattel sitzt und wie wahrscheinlich es ist, dass du Überlastungsverletzungen entwickelst. Trotzdem fahren überraschend viele Radfahrer mit einem zu hohen oder zu niedrigen Sattel.
Nutze unseren Sattelhöhenrechner unten, um deinen Startwert zu finden. Alles was du brauchst, ist deine Schrittlänge, Kurbellänge und Schuhgröße. Weiter unten erklären wir die Wissenschaft hinter der Berechnung, warum die bekannten Faustregeln nicht für jeden funktionieren, und welche Methoden dir ein genaueres Ergebnis liefern.
Sattelhöhenrechner
Gib deine Daten ein für deinen Startwert.
Erlaubt: 600–1000 mm.
So misst du deine Schrittlänge
- Nimm ein dickes, stabiles Buch.
- Stehe barfuß mit dem Rücken an einer Wand, Füße schulterbreit auseinander.
- Drücke das Buch so hoch wie möglich zwischen deine Beine, mit einer Seite flach an der Wand.
- Miss vom Boden bis zur Oberkante des Buches. Das ist deine Schrittlänge.

Erlaubt: 34–52 (EU).
Standardgrößen von 165 bis 180 mm.
Die Kurbellänge ist normalerweise auf der Innenseite des Kurbelarms aufgedruckt. Du kannst sie auch messen: von der Mitte des Tretlagers zur Mitte der Pedalachse.
Deine Sattelhöhe
—mm
Abstand von der Mitte des Tretlagers bis zur Oberkante des Sattels, gemessen entlang des Sattelrohrs.
So misst du am Rad: Die Sattelhöhe ist der Abstand von der Mitte des Tretlagers bis zur Oberkante des Sattels, gemessen entlang der Linie des Sattelrohrs.

Dieses Ergebnis ist ein guter Startwert. Unser Sattelhöhenrechner ist genauer als die bekannten Faustregeln, weil er auch deine Kurbellänge, Schuhgröße und dein Fahrziel berücksichtigt. Aber es ist immer noch eine vereinfachte Berechnung. Wie wir später in diesem Artikel zeigen, weichen die gängigen Formeln bei den meisten Radfahrern um 10 bis 25 mm von der tatsächlich optimalen Sattelhöhe ab. Unser Online-Bikefit berücksichtigt mehr Variablen und berechnet auch deine komplette Sitzposition. Behalte das im Hinterkopf, wenn du die Sattelhöhe berechnen willst.
Die gängigen Faustregeln: und warum sie zu kurz greifen
Es gibt drei weit verbreitete Formeln zur Berechnung deiner Sattelhöhe. Sie sind einfach und schnell, und sie bringen dich in den richtigen Bereich. Aber keine von ihnen ist wirklich genau. Eine zuverlässige Methode zum Sattelhöhe berechnen berücksichtigt diese Faktoren.
Die Fersenmethode
Die einfachste und schnellste Methode. Setze dich auf dein Rad, stelle deine Ferse auf das Pedal am tiefsten Punkt (Kurbel in Linie mit dem Sattelrohr) und prüfe, ob dein Bein vollständig gestreckt ist, ohne dass dein Becken kippt. Wenn ja, ist dein Sattel ungefähr richtig. Wenn nicht, anpassen.
Der Vorteil: du brauchst kein Maßband oder Rechner. Der Nachteil: es ist die ungenaueste Methode. Forschung von Peveler et al. (2005) zeigte, dass diese Methode nur bei 55 bis 70 % der Radfahrer einen Kniewinkel innerhalb des optimalen Bereichs erzeugt.
Die Hamley-Methode (Schrittlänge × 1,09)
1967 untersuchten Hamley und Thomas, bei welcher Sattelhöhe Radfahrer maximale Leistung erbrachten. Ihr Ergebnis: die optimale Höhe ist 109 % deiner Schrittlänge, gemessen von der Pedalachse bis zur Oberkante des Sattels. Faria und Cavanagh bestätigten 1978, dass pro Prozent Abweichung von dieser Zahl etwa 1 % Leistungsverlust entsteht.
Dies ist die Sattelhöhenformel, der du am häufigsten begegnest. So funktioniert sie: miss deine Schrittlänge (barfuß, mit einem Buch fest in den Schritt gedrückt an einer Wand) und multipliziere mit 1,09. Beachte: das Ergebnis beinhaltet die Kurbellänge. Du misst am Rad von der Pedalachse zum Sattel, nicht vom Tretlager zum Sattel.
Die LeMond-Methode (Schrittlänge × 0,883)
Entwickelt in den 1980er Jahren von Cyrille Guimard, Trainer des dreifachen Tour-de-France-Siegers Greg LeMond. Die Formel: Schrittlänge × 0,883. Der Unterschied zu Hamley ist die Messmethode: bei LeMond misst du von der Mitte des Tretlagers zur Oberkante des Sattels, also ohne Kurbellänge.
Für einen Radfahrer mit durchschnittlicher Körpergröße und Standard-Kurbellänge ergeben beide Formeln praktisch dasselbe Ergebnis. Aber für kleinere oder größere Radfahrer, oder bei einer ungewöhnlich langen oder kurzen Kurbel für deine Größe, können die beiden Formeln bis zu 20 mm auseinander liegen. Das liegt daran, dass die Hamley-Formel implizit die Kurbellänge einschließt (du misst von der Pedalachse), während LeMond dies nicht tut.
Das Problem mit allen dreien
Diese Methoden verwenden alle nur eine Variable: deine Beinlänge. Das ist das grundlegende Problem, wenn du deine Sattelhöhe mit einer Faustregel berechnest. Sie berücksichtigen weder deine Kurbellänge, Schuhgröße, Flexibilität, Pedalierstil noch dein Fahrziel. Zwei Radfahrer mit exakt derselben Schrittlänge aber unterschiedlichen Schuhgrößen, verschiedenen Kurbeln oder sehr unterschiedlicher Flexibilität erhalten exakt dieselbe Zahl, obwohl ihre optimale Sattelhöhe sich unterscheidet.
Wie groß ist dieser Unterschied in der Praxis? Ferrer-Roca et al. (2012) untersuchten 23 trainierte Radfahrer und fanden heraus, dass 56,5 % eine Sattelhöhe außerhalb des empfohlenen Bereichs von 106–109 % der Schrittlänge hatten. Trotzdem hatten nur 26 % von ihnen einen Kniewinkel außerhalb des optimalen Bereichs. Anders gesagt: die Formel lag falsch, aber die Radfahrer hatten selbst eine vernünftige Höhe gefunden (durch Gefühl und Erfahrung). Das sagt etwas über die Grenzen einer Formel, die nur auf der Beinlänge basiert.
Was bestimmt deine optimale Sattelhöhe, jenseits der Beinlänge?
Die wissenschaftliche Forschung hat immer mehr Faktoren aufgedeckt, die die optimale Sattelhöhe beeinflussen. Einzeln betrachtet scheinen die Effekte klein, aber sie summieren sich. Genau das beachtet ein guter Ansatz, um die Sattelhöhe berechnen zu lassen.
Kurbellänge
Am wichtigsten für die Sattelhöhe ist die 6-Uhr-Position: der Moment, in dem dein Bein vollständig gestreckt ist. Mit einer längeren Kurbel steht das Pedal an diesem Punkt tiefer, also muss dein Sattel niedriger, um dieselbe Beinstreckung zu behalten. Mit einer kürzeren Kurbel ist es umgekehrt: das Pedal fällt nicht so tief, also kann dein Sattel relativ zum Tretlager höher stehen. Die Kurbellänge verschiebt daher direkt deine optimale Sattelhöhe.
Der Unterschied zwischen 170-mm- und 175-mm-Kurbeln beträgt 5 mm auf jeder Seite des Pedalzyklus, genug um deinen Kniewinkel spürbar zu verändern. Und die Bandbreite der Kurbellängen wächst: wo 172,5 mm jahrelang der Standard war, gibt es einen klaren Trend zu kürzeren Kurbeln. Eine Kurbellänge von 165 mm ist mittlerweile völlig normal, besonders für Radfahrer mit kürzeren Beinen oder die eine höhere Trittfrequenz bevorzugen. Diese größere Bandbreite macht es umso wichtiger, die Kurbellänge in die Berechnung einzubeziehen.
Einfluss auf die Sattelhöhe: der Unterschied zwischen der kürzesten (165 mm) und längsten (175 mm) gängigen Kurbel beträgt 10 mm.
Fußlänge und Schuhgröße
Am tiefsten Punkt des Pedalzyklus steht dein Fuß nicht flach: deine Ferse ist leicht angehoben. Das bedeutet, dass dein Fuß einen Teil der Distanz zwischen Pedal und Sattel überbrückt. Je größer deine Schuhgröße, desto größer dieser Beitrag und desto höher kann dein Sattel stehen bei gleicher Beinstreckung. Bei einer kleineren Schuhgröße ist es umgekehrt: dein Fuß überbrückt weniger, also sinkt die optimale Sattelhöhe entsprechend. Die Faustregeln ignorieren dies vollständig.
Einfluss auf die Sattelhöhe: ungefähr 10 mm Unterschied zwischen Schuhgröße EU 39 und EU 47.
Pedal- und Schuhwahl
Die Dicke deines Pedals, der Schuhplatte und der Schuhsohle bestimmt, wie hoch dein Fuß über der Pedalachse sitzt. Unter modernen Klickpedalsystemen für Rennräder (Shimano SPD-SL, Look Kéo, Wahoo Speedplay) ist der Unterschied begrenzt: weniger als 5 mm. Wenn du von Klickpedalen auf flache Plattformpedale mit normalen Sportschuhen wechselst, kann der Unterschied größer sein, bis zu 10 mm, abhängig von der Dicke deiner Schuhsohle.
Einfluss auf die Sattelhöhe: weniger als 5 mm zwischen modernen Klickpedalsystemen.
Flexibilität
Verkürzte hintere Oberschenkelmuskeln (Hamstrings) ziehen das Becken nach hinten (posteriore Kippung). Das bringt dich effektiv höher auf dem Sattel als jemand mit geschmeidigen Hamstrings, obwohl der Sattel auf derselben Höhe steht. Holliday und Swart (2021) untersuchten 50 trainierte Radfahrer und bestätigten, dass Flexibilität ein signifikanter Prädiktor für die gewählte Sattelhöhe ist. Weniger flexible Radfahrer profitieren von einem etwas niedrigeren Sattel.
Einfluss auf die Sattelhöhe: 5 bis 10 mm Unterschied zwischen sehr flexiblen und sehr steifen Radfahrern.
Leistung oder Effizienz: es hängt davon ab, was du willst
Dies ist eine Nuance, die du in keiner der Faustregeln findest. Ein höherer Sattel erzeugt mehr Spitzenleistung – dafür ist die Hamley-Formel (109 %) optimiert. Aber ein etwas niedrigerer Sattel ist effizienter in Bezug auf den Sauerstoffverbrauch, wie Nordeen-Snyder bereits 1977 zeigte (Optimum bei etwa 107 %). Der Unterschied ist klein, aber bei einem einstündigen Zeitfahren ist er spürbar. Für einen Freizeitradfahrer, der vier Stunden im Sattel verbringt, wiegen Effizienz und Komfort schwerer.
Einfluss auf die Sattelhöhe: bei einer durchschnittlichen Schrittlänge von 83 cm beträgt der Unterschied zwischen 107 % und 109 % ungefähr 15 mm.
Pedalierstil
Dein Pedalierstil, insbesondere der Knöchelwinkel, beeinflusst direkt den Kniewinkel. Radfahrer, die mehr mit gesenkter Ferse treten (Dorsalflexion), verringern die vertikale Komponente ihres Fußes und vergrößern damit den effektiven Abstand zum Sattel. Sie brauchen einen niedrigeren Sattel. Umgekehrt vergrößern diejenigen, die mehr mit der Zehenspitze nach unten treten, diese vertikale Komponente und brauchen einen höheren Sattel. Millour et al. (2020) untersuchten 17 Profi-Radfahrer und fanden erhebliche Variation im Knöchelwinkel zwischen Individuen. Ihr Fazit: Methoden, die nur den Kniewinkel betrachten, sollten auch den Knöchelwinkel berücksichtigen.
Einfluss auf die Sattelhöhe: ungefähr 10 mm Unterschied zwischen einem ausgeprägten Ferse-unten- und einem ausgeprägten Ferse-oben-Pedalierstil.
Es summiert sich
Einzeln betrachtet sind die Effekte dieser Faktoren klein, meist weniger als 10 mm pro Variable. Aber die Kombination kann sich erheblich summieren. Ein Radfahrer mit Schuhgröße EU 39, langen Kurbeln, steifen Hamstrings und einem Freizeitfahrziel kann um Dutzende Millimeter von dem abweichen, was die Faustregel vorschreibt.
| Variable | Möglicher Einfluss auf die Sattelhöhe |
|---|---|
| Kurbellänge (165 vs. 175 mm) | ~10 mm |
| Fußlänge (Größe EU 39 vs. 47) | ~10 mm |
| Pedal- und Schuhwahl (zwischen Klickpedalen und Plattformpedalen) | ~5 mm |
| Flexibilität (sehr flexibel vs. sehr steif) | ~5–10 mm |
| Fahrziel (107 % vs. 109 %) | ~15 mm |
| Pedalierstil (Fersen unten vs. oben) | ~10 mm |
In der Praxis liegt der kombinierte Effekt für die meisten Radfahrer irgendwo zwischen 10 und 25 mm. Das ist der Unterschied zwischen einer guten und einer suboptimalen Sattelhöhe, genug um deinen Komfort, deine Leistung und dein Verletzungsrisiko spürbar zu beeinflussen.
Darüber hinaus wählen erfahrene Radfahrer konsequent höhere Sättel als Anfänger (Hynd et al., 2014). Dies ist wahrscheinlich kein separater Effekt, sondern eine Folge mehrerer der oben genannten Faktoren: erfahrene Radfahrer sind tendenziell flexibler, haben einen konsistenteren Pedalierstil und optimieren mehr auf Leistung.
Bessere Methoden als die Faustregeln
Die Faustregeln bringen dich in den richtigen Bereich, aber wenn du mehr Genauigkeit möchtest, gibt es zwei bessere Optionen. Jede hat ihre eigenen Vor- und Nachteile.
Dynamische Kniewinkelmessung (durch einen Fitter oder KI)
Das Prinzip ist einfach: du trittst auf einem Rollentrainer in die Pedale und jemand (oder ein KI-Tool) misst den Winkel deines Knies am Punkt der maximalen Beinstreckung. Diese Messung wurde früher statisch (im Stillstand mit einem Goniometer) durchgeführt, aber praktisch alle Bikefitter und KI-Tools arbeiten mittlerweile dynamisch auf Basis von Videomaterial.
Der große Vorteil: die Messung berücksichtigt automatisch alle Faktoren. Deine Kurbellänge, Schuhgröße, Schuhe, Pedalierstil, Flexibilität – alles ist erfasst, weil du das Endergebnis aller Variablen zusammen misst.
Aber es gibt Nachteile: den Kniewinkel im Video zu messen ist weniger genau als du denkst. Mehrere Fehlerquellen können zusammen leicht mehr als 10 % Messfehler ergeben: Linsenverzerrung (gerade Linien erscheinen gekrümmt), die Abflachung von 3D-Tiefe in ein 2D-Bild, Perspektivunterschiede zwischen dem Zentrum und den Rändern des Bildes und ungenaue Kameraposition. Zudem ist die exakte Lokalisierung der Drehpunkte, besonders der Hüfte, schwierig. Untersuchungen zeigten, dass der geschätzte Drehpunkt der Hüfte sich von einem Videobild zum nächsten verschieben kann, mit direktem Einfluss auf den gemessenen Winkel.
Der empfohlene Bereich für den Kniewinkel beim Treten ist zudem breit: ein Unterschied von nur wenigen Grad kann sich in Zentimeter Unterschied bei der Sattelhöhe übersetzen. Und die Qualität des Ergebnisses hängt stark von der Erfahrung des Fitters oder der Qualität des KI-Tools ab.
Die Best Bike Advice Methode
Unser Online-Bikefit berechnet deine Sattelhöhe auf Basis von mehr Variablen als die Faustregeln: Beinlänge, Fußlänge, Kurbellänge, Flexibilität und Fahrziel. Durch die Gewichtung mehrerer Faktoren ist das Ergebnis genauer als eine Formel, die nur auf der Beinlänge basiert.
Der Vorteil: du erhältst ein personalisiertes Ergebnis innerhalb von 15 Minuten, ohne teure Ausrüstung oder einen Besuch im Studio. Und du kannst es zu Hause mit nur einem Maßband machen.
Die Einschränkung: es ist eine Berechnung, keine direkte Beobachtung deiner Tretbewegung. Aus praktischen Gründen berücksichtigen wir den Knöchelwinkel und die Pedal-Schuh-Kombination nicht, da beides schwer zuverlässig selbst zu messen ist. Der Einfluss ist begrenzt (±3 mm für Pedalwahl, ±5 mm für Knöchelwinkel). Wenn du zusätzlich eine Beinlängendifferenz oder eine andere körperliche Besonderheit hast, kann ein dynamisches Bikefit mit einem Spezialisten dir ein besseres Ergebnis liefern.
Welche Methode passt zu dir?
Fährst du nur als Freizeitradfahrer und willst einen schnellen Check? Der Rechner oben in diesem Artikel ist ein solider Startwert. Willst du mehr Genauigkeit? Ein Online-Bikefit ist der logische nächste Schritt: schnell, erschwinglich und basierend auf mehr als nur deiner Beinlänge. Hast du spezifische körperliche Probleme oder einen atypischen Pedalierstil? Ein dynamisches Bikefit mit einem erfahrenen Spezialisten könnte die beste Wahl sein.
So stellst du deine Sattelhöhe ein: Schritt für Schritt
Hast du deine Rennrad-Sattelhöhe berechnet? So stellst du sie an deinem Rad ein.
Schritt 1: Miss deine aktuelle Sattelhöhe. Bevor du etwas änderst, miss wie hoch dein Sattel jetzt steht. Miss von der Mitte des Tretlagers zur Oberkante des Sattels, entlang des Sattelrohrs. Notiere diese Zahl. Wenn die Änderung sich nicht richtig anfühlt, kannst du immer zurück.
Schritt 2: Verstelle in kleinen Schritten. Verstelle deine Sattelhöhe nicht auf einmal auf den berechneten Wert, wenn der Unterschied mehr als 5 mm beträgt. Dein Körper ist an deine aktuelle Position angepasst, besonders wenn du schon lange fährst. Eine große Änderung auf einmal kann tatsächlich Beschwerden oder Verletzungen verursachen, selbst wenn die neue Höhe objektiv besser ist. Zudem kann eine Verbesserung sich zunächst schlechter anfühlen, einfach weil dein Körper Zeit braucht, sich anzupassen. Verstelle maximal 5 mm pro Mal.
Schritt 3: Stelle die Höhe ein. Löse die Sattelklemme mit einem Inbusschlüssel, schiebe die Sattelstütze auf die richtige Höhe und ziehe sie fest an. Bei einer Carbon-Sattelstütze oder einem Carbon-Rahmen: verwende einen Drehmomentschlüssel und halte dich an das angegebene Drehmoment.
Schritt 4: Mache eine Testfahrt. Fahre mindestens 15 bis 20 Minuten auf flachem Gelände. Achte auf zwei Dinge: wippt dein Becken von Seite zu Seite? Dein Sattel ist zu hoch. Fühlen sich deine Knie am höchsten Punkt des Pedalzyklus beengt an? Dein Sattel ist zu niedrig.
Schritt 5: Gib ihm Zeit. Fahre ein paar Fahrten auf der neuen Höhe, bevor du weitere Anpassungen vornimmst. Dann verstelle weitere 5 mm wenn nötig, bis du den berechneten Wert erreichst.
Schritt 6: Bedenke, dass die Sattelhöhe deinen Lenker-Drop beeinflusst. Wenn du deinen Sattel erhöhst, vergrößert sich der Drop (der Höhenunterschied zwischen Sattel und Lenker). Das kann deinen Komfort beeinflussen. In unserem Artikel über das Einstellen deines Rennrads erklären wir, wie diese Einstellungen zusammenhängen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die richtige Sattelhöhe für meine Körpergröße?
Es gibt keine feste Tabelle, die dir eine Sattelhöhe basierend auf deiner Körpergröße gibt. So funktioniert es nicht. Deine Schrittlänge ist ein viel besseres Maß als deine Gesamtgröße, weil zwei Personen gleicher Größe sehr unterschiedliche Beinproportionen haben können. Nutze den Sattelhöhenrechner oben in diesem Artikel als Startwert.
Wie berechne ich die Sattelhöhe für mein Rennrad?
Miss deine Schrittlänge barfuß (stelle dich an eine Wand, drücke ein Buch fest in den Schritt, miss vom Boden bis zur Oberkante des Buches). Die schnellste Formel ist Schrittlänge × 0,883. Dies ergibt den Abstand von der Mitte des Tretlagers zur Oberkante des Sattels. Unser Rechner oben in diesem Artikel liefert ein genaueres Ergebnis, weil er auch deine Kurbellänge, Schuhgröße und dein Fahrziel berücksichtigt.
Ist die LeMond- oder Hamley-Methode besser?
Keine von beiden ist besser. Bei durchschnittlicher Körpergröße und Kurbellänge liefern sie praktisch dasselbe Ergebnis. Für kleinere oder größere Radfahrer, oder mit einer ungewöhnlichen Kurbellänge, können sie bis zu 20 mm auseinanderliegen. Der Unterschied liegt in der Messmethode: bei Hamley misst du von der Pedalachse zum Sattel (einschließlich Kurbellänge), bei LeMond vom Tretlager zum Sattel (ohne Kurbellänge).
Kann eine falsche Sattelhöhe Knieschmerzen verursachen?
Ja. Ein zu niedriger Sattel vergrößert die Kniebeugung am höchsten Punkt des Pedalzyklus und erhöht den Druck auf die Kniescheibe – die häufigste Ursache für vordere Knieschmerzen. Ein zu hoher Sattel kann Schmerzen an der Rückseite des Knies durch Überstreckung verursachen. In unserem Artikel über Knieschmerzen beim Radfahren erklären wir jede Art von Kniebeschwerde und wie du sie behebst.
Muss ich meine Sattelhöhe anpassen, wenn ich die Kurbeln wechsle?
Ja. Wenn du von 172,5-mm- auf 165-mm-Kurbeln wechselst und du deine Sattelhöhe vom Tretlager zum Sattel misst, ändert sich diese Messung nicht. Aber der Abstand von der Pedalachse zum Sattel verringert sich um 7,5 mm, was deinen Kniewinkel ändert. Um denselben Kniewinkel beizubehalten, musst du deinen Sattel um 7,5 mm anheben.
Was ist der Unterschied zwischen Sattelhöhe und Sattelposition?
Die Sattelhöhe ist der Abstand vom Tretlager zur Oberkante des Sattels. Die Sattelposition umfasst mehr: auch die horizontale Position (Sattelversatz) und die Neigung des Sattels. Alle diese Einstellungen sind miteinander verbunden. Du kannst eine perfekte Sattelhöhe haben, aber wenn dein Sattelversatz oder deine Sattelneigung nicht stimmt, können trotzdem Probleme auftreten. Ein vollständiges Bikefit betrachtet all diese Einstellungen zusammen.
Unterscheidet sich die optimale Sattelhöhe je nach Fahrradtyp?
Die biomechanischen Prinzipien sind dieselben, aber die Anwendung unterscheidet sich. Auf einem Mountainbike willst du mehr Kontrolle und Stabilität, was oft einen etwas niedrigeren Sattel bedeutet. Auf einem Gravelbike hängt es stark davon ab, wie du fährst: wenn du hauptsächlich glatte Wege fährst, ähnelt das Setup eher einem Rennrad. Wenn du mehr technisches Gelände fährst, verschiebt sich das Setup Richtung Mountainbike. Der Rechner in diesem Artikel ist für Rennräder optimiert. Für andere Fahrradtypen kannst du unser Online-Bikefit nutzen, das deine Radsportdisziplin berücksichtigt.
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